„Kontakt mit Toten“ versprochen: Wiener Wunderheilerin in Haft

MÜNCHEN/WIEN – Eine 32-jährige Österreicherin soll einer Frau aus München über Jahre hinweg vorgetäuscht haben, Kontakt zu einem verstorbenen Angehörigen herstellen zu können. Für die angebliche „spirituelle Hilfe“ soll sie einen fünfstelligen Geldbetrag erhalten haben. Nun sitzt die Verdächtige in Deutschland in Haft. Ermittler prüfen offenbar auch eine mögliche Verbindung zu einem Wiener „Schamanen-Clan“.

Alles soll mit einem außergewöhnlichen Versprechen begonnen haben

Der Fall reicht mehrere Jahre zurück. Im Frühjahr 2021 soll die heute 32-jährige Frau eine Münchnerin angesprochen haben.

Dabei soll sie behauptet haben, eine außergewöhnliche Fähigkeit zu besitzen: Sie könne Kontakt zu einem verstorbenen Angehörigen der Frau herstellen.

Offenbar blieb es nicht bei einem einzigen Treffen. Die beiden Frauen sollen sich in den folgenden Jahren regelmäßig getroffen haben.

Für die angebliche spirituelle Unterstützung floss Geld.

Über Jahre soll die Münchnerin bezahlt haben

Nach den vorliegenden Informationen soll die Betroffene immer wieder für die vermeintliche „spirituelle Hilfe“ bezahlt haben.

Über einen Zeitraum von rund fünf Jahren soll dadurch insgesamt ein fünfstelliger Betrag zusammengekommen sein.

Erst im Mai dieses Jahres entstand offenbar der Verdacht, dass hinter den versprochenen Leistungen ein Betrug stecken könnte.

Daraufhin wurde Anzeige gegen eine zunächst unbekannte Person erstattet.

Polizei identifiziert 32-jährige Österreicherin

Im Zuge der Ermittlungen gelang es der Polizei, eine Verdächtige zu identifizieren.

Bei ihr handelt es sich demnach um eine 32-jährige österreichische Staatsbürgerin. Laut einem Bericht der Münchner Zeitung „tz“ soll die Frau ihren Wohnsitz in Wien haben.

Am 6. August erfolgte schließlich der Zugriff.

Die Verdächtige wurde im Zentrum von München festgenommen. Nach einer richterlichen Entscheidung kam sie anschließend in eine Justizvollzugsanstalt.

Gibt es eine Verbindung zu einem Wiener „Schamanen-Clan“?

Zusätzliche Brisanz erhält der Fall durch eine mögliche Verbindung nach Wien.

Medienberichten zufolge könnte die festgenommene 32-Jährige dem Umfeld eines sogenannten Wiener „Schamanen-Clans“ zuzurechnen sein.

Dabei handelt es sich jedoch um einen Punkt, der klar von den konkreten Vorwürfen gegen die Frau getrennt werden muss.

Die nun in München festgenommene Österreicherin soll nicht mit jenen als „Amela“ und „Anna“ bezeichneten Frauen identisch sein, über die österreichische Medien bereits im Zusammenhang mit anderen mutmaßlichen Betrugsfällen berichtet hatten.

In diesen Fällen sollen Opfer um insgesamt mehrere Millionen Euro gebracht worden sein.

Ob und in welchem Umfang tatsächlich eine Verbindung zwischen der nun festgenommenen Frau und diesem Umfeld besteht, ist Gegenstand der weiteren Aufklärung.

Ermittlungen laufen weiter

Im Zentrum des aktuellen Falls steht der Verdacht, dass das Vertrauen einer Münchnerin über Jahre hinweg ausgenutzt worden sein könnte.

Entscheidend wird nun sein, was die weiteren Ermittlungen ergeben und welche konkreten Vorwürfe der 32-Jährigen letztlich zur Last gelegt werden.

Für die Beschuldigte gilt die Unschuldsvermutung.

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